Freiheit

Was ist das eigentlich? Ist Freiheit etwas, das jeder für sich selbst definiert? Fängt Freiheit dort an, wo man bereit ist sich einzugliedern, ohne sich bevormundet zu fühlen? Oder ist Freiheit eine Gesellschaftsform, die einem steten Wandel unterworfen ist? Und wie können wir unsere Freiheit ausleben, ohne anderen zu schaden?

Freiheit ist für viele von uns selbstverständlich. Es gibt da zwar ein paar Gesetze an die wir uns halten müssen, aber im Großen und Ganzen sind wir bisher ein doch recht freies Volk. Dennoch bekommen viele von uns es immer häufiger mit der Angst zu tun, oder es wird uns mulmig wenn wir die Nachrichten schauen.

Flüchtlinge, die auf der Suche nach Frieden und Freiheit sind, ertrinken qualvoll im Mittelmeer. Menschen werden an Flughäfen festgehalten, weil sie aufgrund ihrer Nationalität nicht einreisen dürfen. Menschen, die im Internet ihre Meinung kundtun, werden gefoltert, andere gehen für ihre Freiheit auf die Strasse und werden hart dafür bestraft.

Wir fangen an zu selektieren. Welche sozialen Netzwerke kann ich noch nutzen, ohne das es mir gleich Angst und Bange wird? Wem kann ich noch folgen, ohne den Schreckensmeldungen nicht ständig ausgeliefert zu sein? Auch das ist Freiheit. Freiheit die wir uns zu nutzen machen. Freiheit die unserem Selbstschutz dient. Wir haben die Freiheit dem auszuweichen, was unerträglich scheint.

Die einen nutzen diese Freiheit als Flucht, andere um bewusst eine Pause einzulegen. Viele auch um zu reflektieren, nach Lösungen zu suchen und Wege zu finden, wie man dem Schrecken die Stirn bieten kann.

Doch Freiheit funktioniert nur, wenn wir auch bereit sind einen immer größer werdenden Teil Verantwortung zu übernehmen. Denn, wie uns spätestens jetzt bewusst wird, bedeutet die durch das Internet gewonnene Freiheit und somit den Zugang  zu allerlei Nachrichten auch, dass wir nicht mehr behaupten können, von alldem nichts mitbekommen zu haben. Zu behaupten wir hätten nicht gewusst, was Parteien, Präsidenten, Völkergruppen, etc. um uns herum anrichten, käme einer großen Lüge gleich. Eine Lüge, deren Konsequenzen wir nicht verantworten können.

Freiheit bedeutet auch, sich immer bewusst zu machen, welchen Luxus dieses kleine Wort mitsichbringt. Frei zu entscheiden, auf welche Stelle man sich bewerben möchte, wo man seinen Urlaub verbringen möchte oder auch die endlosen Möglichkeiten zu nutzen, die uns an jedem neuen Tag geboten werden.

Nicht jeder von uns kann gleich viel bewegen oder Verantwortung übernehmen. Wir alle haben unsere täglichen Aufgaben zu bewältigen, sind gesundheitlich oder finanziell eingeschränkt, oder stecken in irgendeiner Krise, die unsere ganze Aufmerksamkeit fordert. Aber sobald wir die Energie aufbringen können, uns über andere lustig zu machen, unserer Wut permanent eine Bühne zu bieten, können wir auch etwas tun. Wir können andere dort unterstützen, wo die Politik versagt. Wir können dort helfen, wo es gemeinützigen Einrichtungen an Helfern mangelt. Wir können eingreifen, wenn uns die Not, das Elend auf der Straße begegnet. Wir können mit offenen Augen durch den Alltag gehen und das weitergeben, was wir alle zum Leben und Überleben brauchen: Nächstenliebe, Fürsorge und Aufmerksamkeit.

Wir können – wenn wir wollen.

 

 

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