2016 – Eine Bestandsaufnahme

Happy New Year

Es gibt massenhaft andere Dinge, über die ich nachdenken muss… Probleme, die mich betreffen. Die ich sortieren muss. Mein Gehirn muss ein Rangierbahnhof werden.

So schreibt es Jean-Philippe Blondel in seinem Roman 6 Uhr 41 und bringt es auf den Punkt. Das letzte Jahr war hauptsächlich geprägt von Arbeit und Krankheit und zum Ende hin lief alles irgendwie aus dem Ruder. Ich war Zuschauer in meinem Leben. Ich konnte nicht mehr agieren, sondern nur noch reagieren. Ich konnte nichts mehr in die Bahnen lenken, die ich mir gewünscht habe, sondern nur noch die Notbremse ziehen. Das alles hätte ich viel früher erkennen können, doch wie so oft, siegte mein Dickschädel über meinen Verstand. Mein Herz wollte Tatsachen partout nicht akzeptieren, das Bauchgrummeln wurde ignoriert und nun, nun ist Zeit für eine Kehrtwende.

Scherben wollen zusammengefegt und Träume neu sortiert werden. Die schönen Seiten des Lebens verdienen wieder mehr Aufmerksamkeit, unabänderbare Dinge wollen akzeptiert werden. Es ist Zeit, dem Leben mit mehr Achtsamkeit zu begegnen, die Welt zu schätzen, wie sie ist und dort anzupacken, wo man etwas ändern kann. Doch dafür werde ich bei mir anfangen müssen.

Es gibt einfach zu viele Dinge, die ich im Trubel des Alltags nicht mehr zu schätzen weiß. Dankbarkeit wird mehr und mehr zum Fremdwort und die Gedanken im Jetzt festzuhalten um den Moment zu genießen – was für eine absurde Idee…

Ich weiß nicht, wie es euch damit geht, aber ich finde es erschreckend. Ich möchte raus aus diesem Hamsterrad. Ich möchte nicht mehr länger an der „höher-schneller-weiter-Jagd“ teilnehmen, die mich zu oft vergessen lässt, worauf es im Leben eigentlich ankommt.

Da ich aber selber dazu neige, mich schneller in das altbekannte Fahrwasser zu begeben, als es mir lieb ist, habe ich mir überlegt, eine neue Seite zu erstellen, die mich täglich an mein Vorhaben erinnert. Eine Seite, auf der ich teilen kann, was mich bewegt, worüber ich mich freue, was ich erlebt habe. Doch genauso gibt es Tage, an denen mich meine Autoimmunerkrankungen fest im Griff haben und auch darüber werde ich vermutlich schreiben. Denn nur wenn ich beide Seiten betrachte, akzeptiere und das Beste daraus mache, erst dann ist es mir möglich, den Zug des Lebens wieder auf das richtige Gleis zu bringen. Ich bin gespannt, wer mir wo begegnet und freue mich über jeden, der mich begleiten mag.

Ich wünsche euch für 2016 viele wunderbare Momente. Erlebnisse, die euch prägen, die euer Herz jubeln lassen und viel Verständnis für euch selbst. Denn die eigenen Schwächen zu akzeptieren ist oft eine große Herausforderung.

P.S. Wer sich nun fragt, was mit frauhauptsachebunt.de passiert, den kann ich nur um Geduld bitten. Irgendwann wird es auch dort sicherlich weitergehen.

 

19 Kommentare

  1. Liebe Nina,

    ich freu mich wahnsinnig von dir zu hören und wünsche dir alles, alles Gute für den Neuanfang, real wie auch virtuell. Ich freu mich, dass wir – deine Leser – dich begleiten dürfen. Du hättest dir kein schöneres, kräftigeres und symbolischeres Datum aussuchen können.

    Fühl dich geherzt und umarmt!

  2. Schöne, offene und ehrliche Bestandsaufnahme. Danke für die Einsichten in deine Ansichten, Gefühle, in deine Stolpersteine und Wünsche.

    Ich habe in der letzten Zeit oft aus Hermann Hesses Stufen zitiert – eines meiner Lieblingsgedichte, was nicht Zufall ist, sondern viel mit mir selber zu tun hat – und tue es wieder:

    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde.

    Ab und an muss man Dinge loslassen im Leben, deren Zeit gekommen ist, zu gehen. Oft halten wir dran fest, weil sie lange/immer da waren, wir sie als unser Leben oder zu unserem Leben gehörend ansehen. Ich wünsche dir alles Liebe auf diesem neuen Weg, wünsche dir, dass die Scherben sich als Glücksbringer herausstellen.

  3. Hallo Nina,

    ich wünsche Dir Mut, Kraft und Ausdauer für Deine Veränderungen. Gegen die eingeübten Gewohnheiten aufzubegehren, wird Deine Belastbarkeitsgrenzen ausloten, denn die werden Dich nicht einfach so ziehen lassen, sondern um ihre Herrschaft kämpfen. Bis diese durch neue Denk- und Verhaltensmuster ersetzt sind, werden die Dich triezen.

    Viel Erfolg und liebe Menschen zur Unterstützung um Dich.

    LG Ole
    (RomanVerwalter)

  4. Liebe Nina!

    Das liest sich nicht so toll 🙁 Wie es scheint, ist bei dir sehr viel passiert, vor allem ist etwas zerbrochen, wenn Scherben zusammengefegt werden müssen.

    Ich wünsche dir vom Herzen, dass dir dein Vorhaben gelingt, dass dein Leben ruhiger verläuft und dir das Glück begegnet <3 ich bewundere dich dafür, dass du dich um andere sogst, während du dabei bist deine eigenen Scherben zusammenzukehren!

    Virtuell begleite ich dich mit der Hoffnung, dir im realen Leben irgendwann zu begegnen und zu umarmen. Ich wünsche dir auch viele wunderbare Momente und Erlebnisse in 2016! Pass gut auf dich auf und hör auf dein Herz 😉

    Ganz liebe Grüße <3
    Janice

    • Wenn Dinge zerbrechen ist es nie einfach, aber es macht oftmals Sinn. Ich freue mich auf einen Neuanfang und stehe dem recht optimistisch gegenüber. Hab ganz lieben Dank für deine Worte <3

  5. Hallo Nina,

    was für schöne Worte zu einem eigentlich traurigen Anlass. Aber ich kann jedes Wort, das du geschrieben hast, absolut nachvollziehen. Aus ähnlichen Gründen, wie du wahrscheinlich weißt.
    Und ich kann den Wunsch nach einer Änderung ebenfalls von Herzen verstehen, wie du sicherlich ahnst.
    Ich hab 2015 ja selbst ein gesundheitliches Desasterjahr gehabt (ehrlich gesagt, ich hätte im Sommer gar nicht gedacht, 2016 noch zu erleben) und musste mein Leben komplett umkrempeln (und tue es noch immer – denn dieser innere Schweinehund ist hartnäckig). Und ich hoffe, hoffe, hoffe – wünsche es dir von ganzen Herzen – dass es dir gelingen wird! Auf alle Fälle bist du in einer Hinsicht einen großen Schritt weiter: das akzeptieren. Das hab ich nämlich noch immer nicht geschafft.
    Ich finde es sehr, sehr mutig von dir, diesen Schritt, den du nun begehen willst, via Blog öffentlich zu wagen. Meine Hochachtung! Ich selbst hab darüber zwar auch nachgedacht, aber dazu fehlt mir der Mut, obwohl ich so viele Leute vor bestimmten medizinischen Experimenten warnen will. Denn die Folgen sind erschreckend und – wie ich erst im Nachhinein erfahren habe – bilden keine Ausnahme, sondern kommen häufig vor.
    Du bist eine sehr taffe, mutige, starke Frau und ganz egal mit was du zu kämpfen hast, du schaffst das! Wenn nicht du, wer dann?
    Von ganzen, tiefsten Herzen wünsche ich dir, dass du deine schönen Momente genießen kannst, dass du die Kraft findest, deinem Leben trotz der Umstände eine positive Wendung zu geben und dass es dir gut geht!
    Ich drück dich ganz fest,
    trag dich im Herzen,
    Iris

    • Liebe Iris,
      deine Worte bringen mich gerade zum Weinen, denn du bist wohl diejenige, die solch liebe Worte verdient hat und braucht. Ich habe mich im letzten Jahr oft gefragt, warum gerade ich dieses Päckchen zu tragen habe. Aber darum geht es gar nicht. Es geht nicht um das Warum, sonder um das Wie. Wie trage ich das Päckchen, wohin trage ich es und wer kann mir vielleicht sogar helfen. Mein „Problem“ ist, das ich immer glaube, ich müsse stets alles im Alleingang schaffen. Aber so ist es nicht. Es ist mehr als legitim zu sagen: Liebes Universum, schön, dass du mir zutraust eine solche Last zu tragen, aber ich schaffe es nicht. Kannst du mir bitte helfen?
      Auch wenn das vielleicht albern klingt, aber es hilft. Mir hilft es. Wir alle sind nur Menschen und es ist durchaus menschlich einfach mal zu sagen: „Ich kann nicht mehr. Ich bin mit meiner Kraft am Ende.“ Es finden sich immer Menschen, Lösungen, neue Wege. Der schwierigste Schritt ist, sich das „Scheitern“ einzugestehen.
      Wie oder was auch immer du dir wünschst, ich weiß, dass du es schaffen wirst. Ich weiß, dass auch du deinen Weg finden wirst. Und wenn du Hilfe brauchst, darfst du dich immer und jederzeit an mich wenden. Manchmal hilft es schon, wenn man „verstanden“ wird.
      Fühl auch du dich fest gedrückt <3

      • Liebe Nina,
        ich finde es so traurig, dass wir so entfernt zueinander wohnen. Ich glaube, wir hätten uns viel zu erzählen, denn ich finde mich in deinen Zeilen selbst wieder.
        Tatsächlich habe ich das Annehmen Hilfe anderer erst durch den Brand gelernt. Wir waren vom einen Moment auf den anderen obdachlos und da kam so „Engel“ und bot uns eine tolle Unterkunft an. Im ersten Moment dachte ich: Das kannst du nicht annehmen, das ist ein zu großes „Geschenk“, das ist zu viel verlangt, …
        Aber: Ich hab die Hilfe angenommen und bin glücklich darüber.
        Das muss man aber lernen, wenn man zu denen gehört, die immer versuchen zu kämpfen und alles alleine zu lösen. Dabei ist es ein tolles Gefühl auch mal Hilfe anzunehmen.
        Ich wünsche dir das Beste für 2016 und auch ich hab immer ein offenes Ohr (Postfach) für dich, wenn du mal Hilfe oder jemanden zum Aufbauen brauchst! Wir beide schaffen das, meine Liebe! Herzliche Grüße dir, Iris

  6. Liebe Nina,
    ich weiß gar nicht mehr wie lange ich Dich schon übers Netz „kenne“ aber immer wieder bewundere ich Dich für Deine Stärke und den Mut.
    Das du nie aufgibst und trotz all Deiner Probleme ein liebes Wort für andere über hast.
    Dafür möchte ich Dir danken und natürlich von Herzen alles gute für den Neuanfang wünschen.
    Ich wünsche Dir alles Liebe vor allem aber Gesundheit für 2016,
    LG Ela

    • Ach Ela, du Schatz! Manchmal sitze auch ich gescheitert und am Boden zerstört daheim und weiß nicht mehr weiter. Aber irgendwie geht es immer weiter. Und so eine wunderbare Timeline trägt viel dazu bei. 😉
      Hab Dank für deine lieben Worte und auch ich wünsche dir ein großartiges und gesundes neues Jahr. Wir werden es schon rocken! 🙂

  7. Liebe Nina,

    ach ich kann dich so gut verstehen. Diesen ersten Schritt bin ich vor fast genau einem Jahr gegangen.
    Seltsam, dass es einem so schwer fällt sich selbst im Auge zu behalten. Auch ich muss mich immer wieder daran erinnern.
    Ich wünsche dir für dein Vorhaben ganz viel Kraft und Energie. Mut, Selbstbewusstsein und einen Blick für deine eigenen Bedürfnisse. Ich freue mich sehr deinen Lebensweg begleiten zu dürfen und bin mir ziemlich sicher, dass du den für dich passenden Weg einschlagen wirst.
    Fühl dich Dollar gedrückt und geherzt.

    Auf ein großartiges Jahr 2016 <3
    Nanni

  8. Liebe Nina,

    ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg für das neue Jahr, für die Zukunft, für deine Party. Ich hoffe, hier bald über viele glückliche Momente lesen zu können.

    Liebe Grüße,
    Mona

  9. Liebe Nina,

    das Jetzt verflüchtigt sich so schnell und schwupps befinde ich mich gedanklich im morgen oder im vorgestern. Ich lasse mich gerne von dir inspirieren!

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Geduld für das wieder zusammen puzzeln oder für das Neue schaffen aus den zebrochenen Teilen.

    Viele Grüße
    Annika

  10. Liebe Nina.

    Ich verstehe Dich wohl besser als jeder hier. Denn Krankeit und der Verlust eines geliebten Menschen haben mein 2015 zum schlimmsten meines Lebens gemacht.

    Ich habe aber auch gelernt, dass ich dem allem trotzen kann, wenn ich nir selbst vertraue und auf mein Innerstes höre.

    Deswegen: Glaub an dich und vertraue Dir. Du wirst das Richtige tun. Das weiss ich.

    Liebe Grüsse
    Susi

  11. Liebe Nina,

    Ich „kenne“ dich auf Twitter ja schon ein bisschen und ich muss sagen ich bewundere dich, du stehst immer wieder auf und hast trotz deiner vielen eigenen Probleme doch immer ein offenes Ohr für die Probleme anderer. Ich wünsche dir, dass jetzt alle so funktioniert wie du es dir wünscht und auch vorstellst, ohne erneuten Scherbenhaufen und das dir dein Neuanfang gut gelingt.
    Ich begleite dich auch gerne auf diesem Weg, denn meine Bewunderung für dich ist enorm groß, dass du deinen Weg auch öffentlich gehen willst. Ich wünsche dir die Kraft und die Stärke auch weiterhin deinen eigenen Weg zu gehen.

    Fühl dich gedrückt
    Corinna

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